13. Juli 2017 Susanna Karawanskij, MdB

Klatsche für den Verbraucherschutz - Ob bei Bewertungsreserven oder der Zinszusatzreserve: Unternehmen werden auf Kosten der Versicherten saniert

"Es gehört leider zur Dauerbeschäftigung für Lebensversicherte in Deutschland, jegliche Hoffnungen auf höhere Auszahlungen begraben zu dürfen. Der Punktsieg für Ergo ist eine schallende Klatsche für den Verbraucherschutz. Man wird den Eindruck nicht los, dass das in der Tat nicht gänzlich unproblematische Niedrigzinsumfeld vorgeschoben und argumentativ ausgenutzt wird, um Versicherungsunternehmen zu stützen, indem Verbrauchern die ihnen zustehende Beteiligung an Reserven und Überschüssen vorenthalten wird.

Ich hoffe, dass in Karlsruhe dann im Sinne der Versicherungskunden nachgesteuert und zugleich deutlich wird, dass das Lebensversicherungsreformgesetz de facto ein Versicherungskundenschröpfungsgesetz ist",
erklärt die sächsische Bundestagsabgeordnete Susanna Karawanskij (DIE LINKE), Versicherungsexpertin ihrer Fraktion, zu dem heutigen Urteil des Landgerichts Düsseldorf, das eine Klage des Bundes der Versicherten (BdV) gegen die Ergo-Versicherung auf die Herausgabe von Bewertungsreserven an ihre Kundinnen und Kunden abgewiesen hat. Karawanskij weiter:

"Meine aktuelle Anfrage zu der Zinszusatzreserve an das Bundesfinanzministerium zeigt, dass der Bundesregierung immer noch keine aktuellen Zahlen zur Zinszusatzreserve und ihrer Entwicklung vorliegen. Dafür bringt dieser Reservetopf, wenn er weiter rasant ansteigt, viele Versicherer in arge Bedrängnis. Angeblich habe man zusammen mit der Finanzaufsicht BaFin Handlungsbedarf erkannt, es passiert nur schlichtweg nichts. Dafür betont man in der Antwort den 'erheblichen Aufwand' für die Versicherungsbranche, um die Reserve weiter aufzubauen. Wieder mal vertröstet die Bundesregierung  auf die Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes. Das ist aber zu wenig!
Ob im Kontext des heutigen Urteils oder bei der Zinszusatzreserve: Es handelt sich um Geld, das den Versicherten zusteht und deren Überschussbeteiligung zugeführt werden sollte. Der Reservebedarf muss viel passgenauer ermittelt werden, damit am Ende nicht viele Unternehmen zwar auf stabileren Füßen stehen, die Lebensversicherung sich aber für den Verbraucher noch weniger als bisher rentiert."

Kategorien: Versicherungen, Pressemitteilungen

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